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Der "Reihemer"
ist stolz auf seinen Mustergarten.
Der
"Reihemer" ist Steinreich.
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Der "Reihemer", lebt nach dem Motto: Tue recht, und scheue niemand! Er
geht seiner Beschäftigung nach, trifft sich mit Gleichgesinnten im
Verein oder beim Stammtisch.Er lebt bieder und lässt sich nichts zu
Schulden kommen. Läuft doch einmal etwas schief, geht das niemanden
etwas an - die Leute sollen vor ihrer eigenen Türe kehren. Er stiftet
für eine neue Orgel oder Glocke in der Kirche, lässt aber sonst
"Gott einen guten Mann sein". Für Taufe, Konfirmation, Hochzeit und
Beerdigung braucht man die Kirche. Für den Glauben ist der "Herr Pfarrer"
zuständig. Der "Reihemer" denkt, er ist recht, so wie er "isch".
Natürlich gibt es auch "Reihemer", die sind ganz anders, aber so
sind sie halt.
Überall sind Veränderungen in menschlichen Gemeinschaften
zu erkennen. Berufe, Traditionen und Brauchtum, das über Jahrhunderte
Bestand hatte, wurde im 20. Jahrhundert auch in Reihen grundlegend verändert.
Kriege, Flüchtlingseinwanderungen, Einheiratungen brachten "neues
Blut" in die Dorfgemeinschaft. Der Bau der Autobahn und die Eingemeindung
in die Stadt Sinsheim eröffneten neue Chancen und Möglichkeiten
für die Bürger. Männer und Frauen erreichen ihren Arbeitsplatz
in einer der umliegenden Ortschaft oder Stadt in kürzerster Zeit per
Auto (wenn nicht gerade Stau auf der Autobahn ist), Zug oder Bus.
Der Wagner oder "Krummholz", der Steinmetz, der Leineweber, der Korbmacher,
der Schuster, der Schmied, sind Berufe, die weitgehenst ausgestorben sind.
Jung und Alt treffen sich am Ostermontagmorgen zum "Eierschurkeln" und
"Pfenniglis" beim alten Schützenhaus. Der angestammte Ort dieser Bräuche,
das Brechloch, steht nicht mehr zur Verfügung, da er zwischenzeitlich
verbaut wurde.
Durch die Neubaugebiete gibt es viele "Zugezogene",
denen es nicht leicht fällt (gemacht wird), in der Vereins- und
Dorfgemeinschaft heimisch zu werden. So wohnt man hier, arbeitet
"Auswärts" und hat auch vielfach seine Freundes- und
Bekanntenkreis "Auswärts".
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